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Was ist ein Indexfonds? Der einfachste Weg, einen ganzen Markt zu besitzen

Was ein Indexfonds ist, wie er sich von einem aktiv verwalteten Fonds unterscheidet, warum seine Gebühren so viel niedriger sind und wovor er dich schützt – und wovor nicht.

Paperino Team4 Min. Lesezeit

Ein Indexfonds kauft jedes Unternehmen einer veröffentlichten Liste, in den Anteilen, die diese Liste vorgibt – und tut danach nichts weiter.

Das ist die ganze Strategie. Kein Analyst entscheidet, welches Unternehmen vielversprechend aussieht, kein Manager versucht, den Markt zu timen. Die einzige Aufgabe des Fonds ist, die Liste zu halten und ihr genau zu folgen.

Was ein Index ist

Ein Index ist eine regelbasierte Liste von Unternehmen, gepflegt von dem Unternehmen, das sie veröffentlicht. Der S&P 500 listet 500 große US-Unternehmen. Der DAX listet 40 große deutsche. MSCI World umfasst Tausende in den Industrieländern.

Jeder Index hat schriftliche Regeln dafür, wer qualifiziert ist, wie viel Gewicht jedes Unternehmen bekommt und wann die Liste aktualisiert wird. Ein Indexfonds setzt diese Regeln mit echtem Geld um.

Ein Index selbst ist nur eine Zahl – kaufen kannst du ihn nicht. Was du kaufst, ist ein Fonds, der ihn nachzubilden versucht. Wie genau ihm das gelingt, heißt Tracking-Differenz, und sie ist eines der wenigen Dinge, die zwischen zwei Fonds auf denselben Index wirklich vergleichenswert sind.

Index oder aktiv: wo der Unterschied wirklich liegt

Ein aktiv verwalteter Fonds beschäftigt Menschen, die auswählen, welche Unternehmen gehalten werden, mit dem Ziel, besser als der Markt zu sein. Ein Indexfonds versucht das gar nicht erst.

Interessant ist aber nicht die Philosophie, sondern die Kosten.

IndexfondsAktiver Fonds
Was den Bestand bestimmtVeröffentlichte IndexregelnDas Urteil eines Managers
Typische JahresgebührEtwa 0,05–0,30 %Etwa 0,50–2,00 %
Handel innerhalb des FondsGeringHöher, und er kostet dich
ZielDen Markt abbildenDen Markt schlagen

Diese Gebührenlücke sieht klein aus und ist es nicht. Eine jährliche Belastung von 1,5 % kostet dich nicht 1,5 % – sie wirkt jedes Jahr gegen dich, auf das gesamte Guthaben, egal ob der Fonds gut oder schlecht läuft. Über Jahrzehnte kann sie einen großen Teil der Gesamtrendite aufzehren.

Aktives Management kann den Markt schlagen. Die gemessene Schwierigkeit besteht darin, im Voraus zu erkennen, welche Manager das über lange Zeiträume verlässlich schaffen – und die Gebühr wird ohnehin fällig.

Was du wirklich vergleichen solltest

Wenn du zwei Fonds auf denselben Index prüfst, ist das meiste Marketing Rauschen. Vier Dinge zählen:

  1. Die laufenden Kosten – der Jahresprozentsatz, manchmal als TER bezeichnet.
  2. Die Tracking-Differenz – wie weit die tatsächliche Fondsrendite vom Index abwich.
  3. Größe und Alter – sehr kleine Fonds werden häufiger geschlossen und verschmolzen.
  4. Was er tatsächlich hält – manche Fonds halten die echten Aktien, andere bilden die Rendite synthetisch mit Derivaten nach. Beides ist legitim; das Kontrahentenrisiko unterscheidet sich.

Thesaurierend oder ausschüttend

Denselben Fonds gibt es oft in zwei Varianten. Die ausschüttende zahlt dir Dividenden in bar aus. Die thesaurierende legt sie automatisch im Fonds wieder an.

Keine ist grundsätzlich besser. Was passt, hängt davon ab, ob du jetzt Erträge brauchst, und davon, wie Dividenden dort besteuert werden, wo du lebst – eine Frage für jemanden, der die lokalen Regeln kennt.

Wovor er schützt – und wovor nicht

Er schützt dich davor, dich bei einem einzelnen Unternehmen zu irren. Hältst du 500 Firmen und eine bricht zusammen, verlierst du Bruchteile eines Prozents. Das ist ein echter, struktureller Vorteil, und ein großer.

Er schützt nicht vor fallenden Märkten. Wenn Märkte breit einbrechen, fällt ein Fonds, der sie abbildet, mit – konstruktionsbedingt. Breite Indexfonds sind um 30 % und mehr gefallen und blieben jahrelang unten. Wer dir sagt, ein Indexfonds sei "sicher", beschreibt das falsche Risiko.

Ein Indexfonds beseitigt Unternehmensrisiko, nicht Marktrisiko. Er ist außerdem konzentrierter, als viele annehmen: In vielen beliebten Indizes macht eine Handvoll der größten Unternehmen einen erheblichen Teil des gesamten Fonds aus. "500 Unternehmen" heißt nicht 500 gleich große Wetten.

Häufige Missverständnisse

  • "Er steigt garantiert." Nein. Vergangene Indexentwicklung beschreibt, was war, nicht was kommt.
  • "Index heißt sicher." Es heißt breit über Unternehmen gestreut. Das sind verschiedene Wörter.
  • "Alle Indexfonds sind gleich." Gleicher Index, andere Gebühr, anderes Tracking, andere Struktur.
  • "Ich wechsle zu aktiv, wenn Märkte fallen." Das ist Market-Timing im anderen Mantel – und genauso schwierig.

Die ehrliche Zusammenfassung

Ein Indexfonds ist ein kostengünstiger, mechanischer Weg, einen breiten Ausschnitt eines Marktes zu besitzen. Seine Hauptvorteile: günstig, transparent, und er erspart dir die Auswahl von Gewinnern. Seine Hauptgrenze: Er folgt dem Markt nach unten genauso treu wie nach oben.

Das ist alles. Die Einfachheit ist der Punkt – und das ist keine Kleinigkeit.

Dies ist allgemeines Bildungsmaterial, keine Anlageberatung. Verfügbarkeit, Struktur und Besteuerung von Fonds unterscheiden sich erheblich zwischen Ländern. Lies vor jeder Anlage die Fondsunterlagen und sprich mit einer zugelassenen Beratung dort, wo du lebst.

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